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Deutscher Tai-Chi-Bund - Dachverband für Tai Chi und Qigong ev - zertifiziert mit dem Prüfsiegel „Deutscher Standard Prävention“ (§ 20 Abs. 1 SGB V)

Großmeister Yang Jun

Der 1968 in Taiyuan als Sohn von Yang Dao Fang und Enkel von Großmeister Yang Zhenduo geborene Yang Jun avancierte bereits in jungen Jahren zum Grossmeister und zum Linienhalter. Doch in der Yang-Familie ist er höchst umstritten und es erscheint mir zweifelhaft, ob er sich diese Rolle, die einem Schleudersitz gleicht, freiwillig ausgesucht hat. Er ist zwar ein Nachkomme von Yang Luchan, dem Begründer des Yang-Stil Tai Chi Chuan - doch sein Anspruch als künftiger Hauptvertreter des Yang-Stils und -Familienerbes ist in der Familie Yang ja keinesfalls durchgängig akzeptiert - im Gegenteil scheint nur sein Großvater dafür zu sein. Er war sicher die treibende Kraft dazu, seinen Enkel zum jüngsten Großmeister aller Zeiten zu machen.

Yang Jun ist wohl der einzige Vertreter der Yang-Familie, der noch Lehrgänge in Deutschland leitet - und das nur einmal jährlich. Diese werden vom DTB nicht anerkannt. Auch gibt es sicherlich keinen zweiten Vertreter der Yang-Familie, dessen Organisation so viele Mitglieder (ca 70% in einer Dekade) verloren hat. Und dies wohlgemerkt lange vor der nun von ihm verfügten offiziellen Umbenennung seiner Schulen in "Yang-Family-Tai-Chi-Center".

Auch gebührt Yang Jun sicherlich der Spitzenplatz für die Zahl seiner "Inneren Schüler" - man spricht bereits von einer "Disciple-Invasion". Einmalig wohl auch, daß bereits Kinder dazu gehören (!). Quelle: Yang-Jun-Seminare.

Großmeister Yang Jun

Einer der versiertesten Yang-Jun-Analysten ist DTB-Geschäftsführer Dr. Stephan Langhoff, Der engagierte Forscher und Rechercheur ist vielen bekannt und auf dem Gebiet des Taiji-Qigong-Verbandswesens und des Yang-Family-Taijiquan einschlägig ausgewiesen. Der promovierte Philologe wendet sich gegen "Social-Media-Mob-Rule-Spin" und die Voreingenommenheit einer Szene, die das Auffinden seriösen, faktencheck-geprüften Detailwissens zusehens erschwert. Siehe Interview und Website-Review: Yang-Jun-Seminare.

Update: Deutscher Schüler des Großmeisters Yang Jun erhält DDQT-Gütesiegel

Die weltweite Yang-Jun-Community scheut offenbar aus politischer Korrektheit die Auseinandersetzung mit den zahlreichen Widersprüchlichkeiten zur Person des Meisters, seiner Weltanschauung, seiner Lehrinhalte und seinen Prüfungsfragen. Das Narrativ einer außergewöhnlichen Gemeinschaft mit Guru-Kult und Yang-Chengfu-Hype macht eine Abgrenzung zu sekten-artigen Gruppierungen schwierig. Der deutsche Zentral-Verband DTB weist erneut darauf hin, daß Lehrer des "Seattle-Clans" nicht anerkannt werden - anders als etwa im DDQT (Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan), der völlig andere Leitlinien und Qualitätsstandards hat. Anlaß ist die Mitgliedschaft eines Kieler Yang-Jun-Schülers im DDQT. Auch das DDQT-Gütesiegel wurde ihm laut seiner Webseite verliehen. Offenbar ist dies ein erstmaliges Zusammenrücken von Lobby-Verbänden und "Esoterik-Heilslehren zum Wohle der Menschheit". Quelle: DTB-Info zu DDQT-Gütesiegel Ausbildung.

Yang Jun, seine "Geheimnisse" und die Mitglieder-Austritte

Die "Seattle-Mission" von Linienhalter Yang Jun ist fokussiert auf das "Wohl der Menschheit" und basiert auf dem Yang-Family-Moral-Code, d. h. sie fordert vom Schüler explizit Wude-Gehorsam und Loyalität. Somit war sie von anfang an fokussiert auf Bereiche, die nicht im Einklang mit westlicher Erwachsenenbildung stehen. Und Yang Juns Narrativ, wie es sich etwa auf esoguru.com findet, ist im Laufe der Jahre immer bizarrer geworden. Laut offizieller Statistik ist es zu einem Mitgliederschwund von ca 70 % gekommen. Über die Gründe kann man trefflich spekulieren und vieles scheint plausibel. Vielleicht sind es die "Geheimnisse", über die der Großmeister sicher selbst am besten bescheid weiß. Vielleicht sollte der Yang-Chengfu-Urenkel darüber einmal ein Extra-Seminar abhalten und "liefern". Er könnte darlegen, warum seine Association zwei Namen hat, warum seine Center zwei Namen haben und warum er mit zwei verschiedenen Titel seine Zertifikate unterschreibt. Auch könnte er das Geheimnis lüften, warum die Yang-Chengfu-Form quasi über Nacht zur "traditionellen Familenform" mutierte und wer ihn eigentlich zum offiziellen Vertreter der Gesamtfamilie Yang autorisiert hat. Ich bin sicher, daß es ein solches Seminar niemals geben wird - jedenfalls nicht unter der Leitung von Yang Jun.

Yang Jun, seine "Geheimnisse" und sein Vater Yang Daofang

Auf einem solchen, von vielen gewünschten Info-Seminar oder einer Fragestunde könnte der Linienhalter über seinen Vater berichten, der ihn ja nicht nur nicht unterrichtet hat sondern der ja auch nie selber als Seminar-Leiter in Erscheinung getreten ist. Wie kann unter solchen Umständen eine offizielle Linienhalterschaft vorliegen und wer sollte sie autorisiert haben?

De facto glänzt Yang Dao Fang durch Abwesenheit. Der Yang-Luchan-Nachfahre in der 5. Generation ist ein noch nie gesichtetes Phantom, welches dennoch stereotyp Erwähnung findet bei den Direktoren der von seinem Vater bzw. seinem Sohn schriftlich zertifizierten "Schulen für Traditionelles Tai Chi Chuan der Yang-Familie". Was eine solche Referenz außerhalb der "political correctness" beweisen oder bezwecken soll, bleibt für mich jedenfalls unerfindlich.

Weiterführende Links

http://www.tai-chi-zentrum.de/yang_jun.htm

http://www.yang-jun.tai-chi-verband.de/